Compoundbogen

Die Begriffserläuterung des Wortes Compoundbogen verlangt zunächst einen Exkurs in die englische Sprache. Der Ausdruck »Compound« bedeutet Verbundstoff und beschreibt das Material, aus dem dieses Sportgerät hergestellt wird. Mit diesem Bogen kann der Schütze auch mit geringerer Zugkraft eine höhere Energie auf den abzuschießenden Pfeil übertragen. Dies ermöglicht das integrierte Rollensystem, die Cams, ausgesprochen Camwheels genannt.

Im Gegensatz zu den ersten Compoundbögen, welche noch flaschenzugähnlich arbeiteten, wird heutzutage das Hebelgesetz zur besseren Energieausbeute ausgenutzt. Ein derartiger Compoundbogen im Wettkampfbereich ist immer an die Bedürfnisse des jeweiligen Schützen angepasst. Der Einsatz verschiedener Rollen und das individuelle Tuning der Auszuglänge erlauben es auch einem Sportler mit weniger Kraft, auf eine Weite von bis zu 70 Metern, einen Pfeil zielsicher zu platzieren. Die Auszuglänge der Sehne ist beim Compoundbogen jederzeit gleich. Im Gegensatz zu anderen Sportbögen spannt der Schütze den Bogen bis zum Anschlag, welcher durch die Voreinstellungen fixiert ist. Diese Konfigurationen sollten jedoch ausschließlich von einem Fachmann durchgeführt werden. Eine falsche Justierung der gesamten Technik könnte sich auf die Schießergebnisse kontraproduktiv auswirken. Die Überlegenheit von Compoundbögen gegenüber der Recurvebögen liegt insbesondere an der Abstimmung auf den Schützen. Die Anfangsgeschwindigkeit eines abgeschossenen Pfeils beträgt unter besten Bedingungen über 300 km/h. Eine deratige Energieausbeute kann lediglich durch das einzig im Compoundbogen verwendete Zug- und Rollensystem erreicht werden.

Compoundbogen – die Technik

Für die Treffsicherheit ist aber auch die Auslösung des Schusses nicht weniger bedeutend. Das einfache Loslassen der gespannten Sehne verursacht unerwünschte Bewegungen, die auf den Pfeil übertragen werden. Dies führt zu einer geringeren Trefferquote. Der Compoundbogen ist mit einer technischen Lösevorrichtung ausgestattet, die eben diese Schwingungen verhindert und die gespannte Sehne exakt auf den Pfeil wirken lässt. Nur so ist mit einem Compoundbogen ein präziser Schuss möglich.

Zuletzt spielt die richtige Visierung eine große Rolle. Beim Compoundbogen ist das Zielsystem durch eine integrierte Wasserwaage in der Lage, dem Schützen Auskunft zu geben, ob er den Bogen auch gerade hält. Ferner ist der Einsatz einer Vergrößerungslinse aufgrund der Entfernungen zum Ziel beim Schießen mit einem Compoundbogen eine Notwendigkeit.